5G-Strahlung nun auch in Oberfranken

Mobilfunksender in Unterwaiz Kreis Bayreuth

5G anstelle von UMTS

Die Telekom hat in einer Pressemeldung angekündigt, bis zum Jahresende 2020 mindestens 12.000 ehemalige UMTS-Standorte auf 5G-Technik umzustellen. Diese Maßnahme erweist sich für den Betreiber als geschickter Schachzug, da Politiker permanent den zu langsamen Funknetzausbau kritisieren. Die Telekom verwendet die bestehenden Frequenzen zwischen 2.150 und 2.170 Megahertz und installiert auf diesen Standorten die neue Funktechnik 5G. Der Nutzer merkt davon wenig. Mit einem 5G-fähigen Endgerät kann der Standard genutzt werden, ansonsten schaltet das Handy auf 4G (LTE-Advanced) oder GSM um.

In Raum Kulmbach gehen vier Standorte mit 5G in Betrieb

Die Kulmbacher Rundschau hat Anfang Juli erfahren, dass an mehreren Standorten in der Stadt und im Landkreis Kulmbach 5G installiert wird: in Harsdorf, Kulmbach, Kupferberg und Wirsberg. Die niedrigen Bandbreiten im ehemaligen Frequenzband vom UMTS lassen aber nicht alle Finessen von 5G zu. So ist das sogenannte Beamforming nicht möglich. Mit dieser Mehrantennentechnik könnte der Funkstrahl gezielt auf den Anwender gelenkt werden. Beamforming wird erst im Frequenzbereich von 3,5 bis 3,6 Gigahertz verwendet. Auch die bei 5G technisch mögliche Bandbreite von 100 Megahertz für das Aussenden von Signalen funktioniert nicht im 2,1 Gigahertz-Netz, da der Betreiber hier nur über 20 Megahertz Bandbreite verfügt.

Kleinzellige Netze in den größeren Städten

In Großstädten wie Berlin, Köln, Düsseldorf oder Hamburg, aber auch in Erfurt und Leipzig läuft der 5G-Ausbau auf Hochtouren. An diesen Standorten ist mit den höheren Frequenzen um 3,5 Gigahertz zu rechnen, welche größere Bandbreiten und Mehrantennentechnik ermöglichen, sowie ein kleinteiliges Antennennetz zur Folge haben. Die Funkverschmutzung wird deshalb in den Städten dramatisch zunehmen. 5G ersetzt nicht die vorhandenen Funktechniken, mit Ausnahme von UMTS in Einzelfällen, sondern erweitert sie noch. Die Vielzahl von Antennenstandorten und die erforderliche hohe Leistung in den Rechenzentren treibt den Stromverbrauch in die Höhe.

Links

www.telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/5g-boost-fuer-deutschland-602166
https://www.telekom.de/start/netzausbau
https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/411/digital-first-planet-second-5716.html

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