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Nukleärer Katarakt bei Kälbern eines Schweizer Landwirts
geschrieben von: weise (IP-Adresse bekannt)
Datum: 09. Oktober 2010 20:25

Vortrag des Schweizer Landwirts Hans Sturzenegger am 8.10.10 in Selbitz

Herr Sturzenegger stellte die Chronologie der gesundheitlichen Probleme bei Mensch und Tier auf dem Rütlihof in Reutlingen bei Winterthur sehr detailliert dar.

Im Mai 1999 wurde die GSM 1800 Antenne an der Scheune des Hofes in Betrieb genommen. Der Landwirt hatte das Gebäude an den Betreiber vermietet und ahnte nichts von den kommenden Problemen. Anfang Juni 2000 kam das erste Kalb mit weißer Pupille zur Welt, Mitte Juni das Zweite, dann das Dritte.... Man glaubte ihm anfangs nicht, bis am 18.12.2001 zwei Tiere bei Professor Dr. Bernhard Spiess im Tierspital an der Universität Zürich untersucht wurden. Ingesamt waren 50 Kälber geschädigt. Die Diagnose lautete: Nukleärer Katarakt bzw. Grauer Star.

Auch viele Kühe hatten Probleme: Am ganzen Körper gab es Abszesse und Entzündungen. Fünf Kühe verendeten oder mussten notgeschlachtet werden. Zwei Kühe wurden im veterinärmedizinischen Universitätsspital untersucht und geschlachtet. Auch die Menschen waren betroffen.

Der Gesundheitszustand bei der Familie verschlechterte sich zusehends: Verhärtungen des Fettgewebes, Verspannungen der Muskeln, Ohrensausen, Schwindelanfälle. Eine Blutuntersuchung zeigte deutlich Geldrollenbildung der roten Blutkörperchen und Eiweißüberschuss im Blut.

Die Mobilfunkimmission wurden laufend von Fachleuten gemessen: 0,6 V/m auf der Weide und im Stall zwischen 0,1 und 0,3 V/m. Die Werte liegen damit weit unter dem gesetzlichen Grenzwert.

Nach langem Kampf mit den Betreibern wurde die Antenne am 30.6.2006 abgebaut. Im Jahr 2007 gab es noch 6 Kataraktfälle bei neu geborenen Kälbern, im Jahr 2008 noch einen Fall, in 2009 keinen mehr. Drei Jahre nach dem Abschalten der Antenne, haben die Professoren Bernhard Spiess und Michael Hässig von der Universität Zürich beschlossen, die Untersuchungen abzuschließen.

Abschließend gab der Landwirt folgenden Rat: Falls ein neuer Antennenstandort in Planung ist, sollten die Anwohner den Gesundheitszustand beim Arzt dokumentieren lassen und per Einschreiben an die Bauverwaltung schicken. Weiterhin ist es wichtig, die Strahlenwerte aufzunehmen und zu dokumentieren. Nach Betrieb der Antenne(n) sind weitere Bestandsaufnahmen durchzuführen.

Link zum Vortrag: http://www.scribd.com/doc/32976067/Mobilfunkantennen-auf-dem-Bauernhof oder http://www.giftig.me/2010/07/mobilfunkantennen-auf-dem-bauernhof-machen-tiere-krank/
Dokumentation und Aktualisierung der Vorgänge: http://www.gigaherz.ch/1162/
Zusammenfassung: http://www.buergerwelle-schweiz.org/fileadmin/user_upload/buergerwelle-schweiz/Mobilfunk/MF_11.08_Jud_Nuclear_Cataract_in_Calves.pdf

Joachim Weise



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